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Was ist ITIL?

ITIL ist eine Abkürzung und steht für Information Technology Infrastructure Library. Es handelt sich dabei um ein eingetragenes Warenzeichen des britischen Office of Goverment, kurz OGC und bildet die Basis für das IT Servicemanagement in serviceorientierten Unternehmen oder in serviceorientierten Organisationen.

Mittlerweile ist dieses Modell weltweit als zentrales organisatorisches Instrument zur Steuerung von IT Services anerkannt. Weiterhin handelte es sich bei der ITIL um einen so genannten „de facto“-Standard. Da heißt der Standard ist nicht verbindlich.

Der Leitfaden zeigt lediglich Richtlinien auf, anhand deren man sich orientieren kann, das so genannten "Best Practice"-Framework (Regelwerk). "Best Practice" heißt im Fall von ITIL unter anderem, dass man nur Erkenntnisse, Methoden und Modelle verwendet, die in der Praxis bereits Erfolg hatten. Hiermit sichert man von Anfang ein sehr hohes Qualitätsniveau.

Normalerweise werden derartig innovative Techniken zuerst von Kleinbetrieben aufgegriffen und später auf große Unternehmen übertragen. Im Fall von ITIL war das Gegenteil der Fall, dass heißt seit mehr als zwanzig Jahren verwenden vor allem Großunternehmen dieses Framework um die Qualität der IT-Prozesse zu steigern.

Richard Pegden, Senior Product Manager bei BMC Software vertritt jedoch die Ansicht, dass zukünftig auch kleine und mittelständige Unternehmen von ITIL profitieren werden und sich dadurch sowohl die Effizienz als auch die Servicequalität spürbar verbessern wird.

Nach zwei Jahren Arbeit ist es der OGC (Office Government Commerce) nun gelungen eine dritte Version von ITIL zu entwickeln und diese voraussichtlich im April 2007 auch auf den Markt zu bringen. ITIL V.3 glänzt mit einer neuen Struktur die im wesentlichen aus drei Bereichen besteht: dem Core (fünf Kern Publikationen), dem Complementary (Ergänzungen) und dem Internet. Letzteres soll vor allem der Aktualisierung des Frameworks dienen und eine Ergänzung zu den Veröffentlichungen in Papierform darstellen.

Unternehmen die bereits ITIL verwenden, sind laut OGC-Berichten nicht gezwungen neue Zertifizierungen durchzuführen, da sich aufgrund der Beibehaltung wesentlicher Grundprinzipien ITIL nicht verändert hat. Viel wichtiger für den nationalen und internationalen Markt werden hingegen ITSM Unternehmenszertifizierungen (ISO20000). „Vor allem für IT Service Provider wird es zukünftig von existenzieller Bedeutung sein, die ISO20000 Zertifizierung vorzeigen zu können, um auf dem Markt von potentiellen Kunden als Service Provider überhaupt akzeptiert zu werden.“

Namhafte IT-Experten gehen sogar davon aus, dass sich die ISO20000 Zertifizierung noch dieses Jahr für IT Service Provider als Standard etablieren könnte. Dadurch erhält der Kunde letztlich mehr Sicherheit, weil er selbst prüfen kann, ob ein Servicedienstleister in der Lage ist seine Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen und gleichzeitig in Bezug auf Leistung und Qualität die vereinbarten Standards einzuhalten.
Alles in allem ist die dritte Version von ITIL dennoch keine absolute Neuerung, weil viele bisherigen Schwerpunkte beibehalten wurden. Durch Ausmerzung von Inkonsistenzen in den Defintionen und der Neustrukturierung der Inhalte konnte die OGC jedoch eine spürbare Vereinfachung der Handhabung erreichen. Trotz aller genannten Vorteile sollte man aber bedenken, dass die 2007er Version von ITIL keine bahnbrechend neue Entwicklung ist, sondern vielmehr ein weiteres Update des bereits 1985 entwickelten Produktes darstellt. Zukunftsweisender IT-Service und innovative Ideen werden deshalb weiterhin von der individuellen Umsetzung der ITIL-Idee in der Praxis abhängig bleiben.


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